In den vergangenen Monaten (herrje…ist das schon wieder so lange her, seit ich den letzten Eintrag verfasst habe???) bin ich auf meinen Bilder-Streifzügen durch den Internet-Urwald auf verschiedene Plattformen gestoßen, auf denen Kunstschaffende ihre Werke anbieten/verkaufen können. Die Idee, einen Eintrag darüber zu verfassen, trage ich schon länger mit mir herum, aber habe bisher nicht die Muße gehabt, mich mal hinzusetzen.
Heute bin ich allerdings auf die Seite von Behance gestoßen und habe mich gefreut, eine weitere Seite für meine Beobachter-Sammlung zu haben. Andererseits ist es (nur) eine weitere Seite, die Kunstschaffenden eine Möglichkeit bietet sich zu vernetzen, auf ihr Schaffen aufmerksam zu machen und generell gesehen zu werden.

Am Anfang habe ich überlegt eine Art Erfahrungsbericht zu den einzelnen Seiten zu schreiben. Das war aber schnell wieder vom Tisch, weil ich einerseits nicht bei allen Seiten registriert bin und andererseits scheint jede auf ihre Weise zu funktionieren und ihren Zweck zu erfüllen. Ich habe auch die Vermutung, dass ich euch hier nur die Seiten vorstelle, die am weitesten verbreitet sind und von vielen Kunstschaffenden genutzt werden. Es ist daher denkbar, dass noch diverse weitere Angebote dieser Art existieren, die noch keinen so großen Bekanntheitsgrad haben oder auf bestimmte Arten von Kunst zugeschnitten/limitiert sind. Vielleicht schreibe ich da irgendwann auch noch drüber. 😊

Behance ist jedenfalls eine Plattform, auf der Kunstschaffende sich ein Netzwerk an Kontakten aufbauen und dort ihre Bilder hochladen und anderen zeigen können. – Frei nach dem Motto: Sehen und gesehen werden. Die Seite hat auf den ersten Blick auch den Charakter von einem sozialen Netzwerk, mit Followern, Anerkennungen/Likes usw. Behance schreibt über sich selbst: Behance, part of the Adobe family, is the leading online platform to showcase & discover creative work. The creative world updates their work in one place to broadcast it widely and efficiently. Companies explore the work and access talent on a global scale.

In eine ähnliche Kategorie würde ich auch Seiten wie Deviantart und Artstation einordnen. Bei Artstation scheint allerdings der Kontakt von Kunstschaffenden zu verschiedenen Industriezweigen im Vordergrund zu stehen, für die visuelle Kunst/visuelles Handwerk von Bedeutung ist. Vor allem, wenn es um die Games-Industrie geht, in der häufig Designer und Illustratoren gebraucht werden, aber auch wenn es Sammelkartenspiele, Bücher und ähnliches geht, ist Artstation eine gute Anlaufstelle. Man kann sich dort ein eigenes Profil + Plattform für das eigene Portfolio erstellen und dadurch mit anderen Kunstschaffenden in Kontakt treten, kommentieren und evtl. auch Jobs finden (Freelance, Festanstellung, Teilzeit).

Deviantart hingegen hat mehr etwas von einer Community, in der Kunst bunt gemischt vertreten ist. D.h. verschiedene Künste sind dort zu finden und von Amateuren bis zu Profis findet man dort qualitativ alles. Im Bereich Design und Illustration (neben anderen) hat man die Möglichkeit, nicht nur die eigenen Bilder hochzuladen und damit gesehen zu werden, sondern kann diese auch über Deviantart verkaufen. Zusätzlich, je nachdem, wie man drauf ist, kann man auch mit den Beobachtern/Followern in Kontakt treten, Commissions anbieten usw. usf.

Diverse Kunstschaffende haben auch Profile auf allen Seiten. Ich stelle mir das recht aufwendig und auch anstrengend vor, denn die Seiten wollen ja alle gepflegt werden und verlangen eine gewisse Form von Aufmerksamkeit. Zumal auch erwähnt werden sollte, dass viele Kreative ihre Profile auch bei Twitter, Tumblr und Facebook haben (fast schon Overkill, irgendwie).

Während bei den bisherigen drei Seiten eher Austausch und Sichtbarkeit die wichtigsten Features sind, möchte ich im Folgenden drei Shops vorstellen, bei denen es konkret darum geht, dass Kunstschaffende mit ihrem Handwerk Geld verdienen können. Denn es mag ja schön und gut sein, wenn man auf Deviantart & Co. Bilder veröffentlicht und Leute sich daran erfreuen können, aber die Künstler und Künstlerinnen, die gerne ihre Leidenschaft zum Broterwerb verwenden möchten, sind im Endeffekt darauf angewiesen, dass Leute ihre Kunst auch käuflich erwerben können. – Das soll kein Plädoyer dafür werden, dass Leute mehr Kunst kaufen und die Leute dahinter unterstützen sollen, aber ich finde schon, dass man sich bewusstmachen sollte, wie viel es im Internet eigentlich gratis gibt. Es scheint fast schon eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass Leute dort ihr Schaffen präsentieren, wofür sie viel Zeit und auch Herzblut investiert haben.

Die drei Shops, die ich gefunden und ausgewählt habe sind Etsy, Redbubble und Society6. Alle drei funktionieren nach dem typischen Online-Shop-Prinzip (falls es das gibt) für Kunden. Kreativschaffende hingegen können dort Produkte einstellen und verkaufen. Wie aufwendig das im Endeffekt für die Anbieter ist, kann ich nicht einschätzen. Falls ihr aber Leute kennt oder dieser Eintrag von Künstlern/Künstlerinnen gelesen wird, schreibt mir gerne mal eure Erfahrungen per Mail (blimusblog@gmail.com) oder in die Kommentare.

Ich vermute, dass viele Kreative, die grade am Anfang ihrer Tätigkeit stehen (quasi Semi-Professionell), häufig verschiedenste Angebote und Seiten nutzen, um möglichst viel Sichtbarkeit zu erlangen. Denn meist ist es die Sichtbarkeit, die auch weitere Aufträge mit sich bringt (neben Akquise u.ä.). Aber es scheint insgesamt doch ein hartes Pflaster zu sein.

Allerdings gibt es ja auch noch Crowdfunding, womit Kunstschaffenden ermöglicht wird sich ganz auf ihre Kunst zu konzentrieren… vorausgesetzt ein Projekt erhält die Unterstützung, die es braucht bzw. die angestrebt wird. Das ist wiederum davon abhängig, wie viele Leute von einer Crowdfunding-Kampagne wissen und sie im Endeffekt auch unterstützen. Kickstarter und Indiegogo sind in dem Bereich die erfolgreichsten und bekanntesten Seiten, soweit ich weiß.
Daneben gibt es aber auch noch Seiten wie Patreon, die es Kunstschaffenden (aber auch anderen Leuten) ermöglicht, monatlich einen bestimmten Betrag direkt von ihren Unterstützern zu bekommen. Allerdings sind Künstler und Künstlerinnen auch hier wieder darauf angewiesen, dass Leute sie kennen/von ihnen gehört haben und sie unterstützen möchten.
Die Crowdfunding-Seiten geben natürlich auch Tipps, wie man erfolgreich von diesem Werkzeug Gebrauch macht, aber es ist eine weitere Sache, die Zeit und Arbeit erfordert.

Für mich ist es im Großen und Ganzen eine schöne Sache, zu sehen, dass es diese vielfältigen Möglichkeiten gibt, mit denen Kunstschaffende auf sich aufmerksam machen und auch Geld verdienen können, wenn sie lange genug an einer Sache dranbleiben. Oder um es ander zu formulieren: Es ist schön zu sehen, dass es diverse Möglichkeiten gibt, mit denen man Kunst und die Leute dahinter heutzutage unterstützen kann.

… ach ja, ich habe da noch zwei Seiten, die ich in der Kategorie „Sonstiges“ für mich einsortiert habe. Aber sie bieten auch die Möglichkeit Kunstschaffende zu unterstützen bzw. Bilder digital zu erwerben. Ko-fi & Gumroad.

Bis zum nächsten Mal! 🙂

[Anmerkung: Fast alle Verlinkungen gehen bewusst nicht auf die Startseite, sondern auf Profile von Künstlern/Künstlerinnen. Vielleicht ist ja für einige von euch etwas interessantes dabei. ]